Von Australien und Vitaminen
Im Rahmen unseres diesjährigen kosmischen Projekttages begaben wir uns sinnbildlich auf hohe See und segelten mit dem britischen Seefahrer und Kartographen Captain James Cook zurück ins 18. Jahrhundert. Aus der Darbietung der Erzählung “James Cook und der Skorbut”, die einst Maria Montessori für ihre kosmischen Lehren verfasste, erfuhren die Kinder der Neuen-Auetal-Schule, dass James Cook als erster Europäer das australische Festland erreichte. Sie lernten auch, dass die Seefahrer früher oft schwer erkrankten und dass die Ursache hierfür unklar war. James Cooks Mannschaft aber blieb auf der langen Überfahrt von England nach Australien gesund! Dies gelang, weil er ihre Ernährung anders gestaltete als es damals üblich war. Er hatte Sauerkraut und Zitronensaft an Bord, was seine mutigen Seemänner vor Skorbut und anderen Krankheiten schützte.

Den Zusammenhang von ausgewogener Ernährung und Gesundheit erforschten unsere Schülerinnen und Schüler im Workshop zu Vitaminen und anderen Nährstoffen ganz genau. Dahingehend diskutierten und überprüften sie ebenso ihre eigene Ernährungsweise.

Welche Obstsorten sie mögen und welche sie vielleicht noch nicht kannten, durften die Kinder mit allen Sinnen in unserer Schulküche erfahren. In Kleingruppen schnippelten, schälten und verkosteten die Kinder ihre ganz eigenen Obstsalatkreationen.

Wie schon James Cook von der einzigartigen Vielfalt der australischen Tierwelt beeindruckt war, so staunten auch die Kinder der Neuen-Auetal-Schule, während sie in einem kurzen Dokumentarfilm einige der endemischen Tierarten dieses geheimnisvollen Kontinents kennenlernten. Über das Tier, welches sie am meisten beeindruckt hatte, durften sie tiefergehend recherchieren und ein Plakat erarbeiten. Neben Känguru, Quokka oder Wombat recherchierten unsere Naturforscherinnen und -forscher auch zum Ameisenigel, Emu oder dem Tasmanischen Teufel. Viele der Kinder präsentierten ihre Ergebnisse eine Woche später stolz und selbstbewusst der Schulgemeinschaft.

Zuletzt faszinierte James Cook auch das menschliche Leben auf dem so weit entfernten Kontinent. Er begegnete den australischen Ureinwohnern, den Aborigines. Innerhalb des vierten Workshops lernten die Kinder handelnd die Kunsttechnik “Dot Painting” kennen und fertigten mit viel Geduld, Kreativität und Arbeitseifer ihre eigenen bunten Punktbilder.

Um der Schulgemeinschaft die Tradition und Kultur der naturverbundenen Aborigines noch näher zu bringen, stellte uns Herr Monard das hölzerne Blasinstrument Didgeridoo sowie dessen sagenumwobene Entstehungsgeschichte vor. Andächtig und ehrfürchtig lauschten die Kinder der Neuen-Auetal-Schule den mystischen Klängen dieses Instruments.

Dass der Projekttag den Kindern und dem pädagogischen Personal auch musikalisch in Erinnerung blieb, dafür sorgte Frau Haase. Vor jeder neuen Workshop-Sequenz sangen wir mit und ohne Boomwhacker-Unterstützung: “Ich will die Südsee seh’n, Australien wär’ doch schön” – eine eigens abgewandelte Version eines berühmten Radiosongs. Noch eine Woche später zitierten die Kinder begeistert aus diesem musikalischen Meisterstück mit Ohrwurmcharakter.
Es bleiben allen Teilnehmenden viele Erinnerungen an diese – wenn auch nur vorgestellte – Reise, die noch heute von so viel historischer Relevanz zeugt, sei es in Form von Landkarten, Ernährungspyramiden oder den Folgen von Kolonialisierung. Alles ist mit allem verbunden und alles Handeln – auch und vor allem das menschliche – hinterlässt Spuren auf unserer Erde. Die Kinder und wir als pädagogisches Team sind bereits jetzt voller Freude auf die nächsten projektgebundenen Entdeckungsreisen unseres eindrucksvollen Planeten.